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Therapie der ADHS

Die Behandlung einer ADHS braucht ein multidimensionales und oft interdisziplinäres Vorgehen - bei Erwachsenen wie Kindern

"Ich nehme mir oft etwas vor und kann es dann einfach nicht durchziehen."

"Ich fühle mich wie unter Strom, vor allem Abends, sodass ich kaum einschlafen kann."

"Mein Kind kann keinen Moment ruhig sitzen. Ständig will es etwas und hat irgendwelche Ideen, die Hausaufgaben sind ein Kampf."

Solche oder ähnliche Sätze fallen oft beim Erstgespräch, wenn ein Verdacht auch eine Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) besteht. Außerdem wird oft von Scham und Schwierigkeiten im beruflichen Kontext gesprochen. Dabei bedingen neurobiologische und genetische Ursachen diese Störung zu großen Teilen, wofür schließlich niemand etwas kann.

Ein ausreichend komplexer und multimodaler Ansatz bessert die Lage meist deutlich.

ADHS im Kindesalter

Bei Kindern macht sich ADHS oft im Laufe der Einschulung bemerkbar. Eine frühe und gründliche Diagnostik und Behandlung kann wesentliche dazu beitragen, dass sich Symptome nicht verfestigen und es so zu womöglich unnötigen Schulabbrüchen oder Konflikten kommt.

Zur Diagnostik sind in der Regel klinisch-psychologische Tests der Leistungsfähigkeit notwendig, für welche an kompetente Kolleg*innen im Netzwerk zugewiesen wird.

Bestätigt sich die Diagnose, wird je nach Problemstellung der Familie (ausschließlich oder zu Beginn) entschieden, ob eher ein familienzentriertes, kindzentriertes oder aufmerksamkeitszentriertes Vorgehen gewählt wird. Eine kombinierte Behandlung mit Psychopharmaka (durch Fachärzt*innen für Kinderpsychiatrie) und Psychotherapie ist in den meisten Fällen das Mittel der Wahl.

Dabei wird auch wissenschaftlich geprüfte Behandlungsmanuale  zurückgegriffen, welche die Lebenslage des Kindes in den Mittelpunkt stellen und oft auch Spaß machen. Spieltherapeutische Mittel ergänzen und unterstützen dabei den Behandlungsverlauf.

ADHS im Erwachsenenalter

Erwachsene mit ADHS haben häufig eine Biographie hinter sich, die von Rückschlägen, Leistungsproblemen und Konflikten geprägt ist.

Die Diagnose bringt oft Klarheit und hilft, bisherige Schwierigkeiten besser einzuordnen.

Auch hier ist in der Regel ein kombiniertes Vorgehen aus medikamentöser Behandlung und Psychotherapie auf Basis von Forschungsergebnissen das Mittel der Wahl.

Die genauen Therapieinhalte richten sich nach den Erfordernissen der Patient*innen, da die Anforderungen sehr unterschiedlich sind. Studierende brauchen beispielsweise wesentlich intensivere Unterstützung beim Aufmerksamkeitstraining, während Erwachsene im Arbeitsprozess oft eher Unterstützung bei der Bearbeitung von Konflikten und der Einhaltung von Routine brauchen.

Therapeutische Mittel können hier die Arbeit mit sogenannten Sabotagegedanken sein, das Einüben von Handlungsverzug und Planung, das Lösen von verschiedenen Problemstellungen, den Umgang mit Emotionen und die Frage nach dem Zusammenleben mit anderen Menschen.

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